34. Münstersches Gespräch zur Pädagogik: Auf den Lehrer kommt es an?!

Über 170 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnte der Leiter der bischöflichen Schulabteilung, Dr. William Middendorf, zum  Münsterschen Gespräch zur Pädagogik  begrüßen, das am 3. und 4. April 2017 in der Akademie Franz Hitze Haus stattfand.

Das Thema der Tagung hatte offenbar den Nerv getroffen: "Auf den Lehrer kommt es an?! Unterstützung für professionelles Handeln angesichts aktueller Herausforderungen."

Zahlreiche Studien, darunter Hatties Synthese von über 800 Metaanalysen zur Lernwirksamkeit verschiedener Faktoren, belegen den hohen Einfluss, den Lehrkräfte für erfolgreiches Lernen ihrer Schülerinnen und Schüler haben können.

Prof. Zierer von der Universität Augsburg, der gemeinsam mit John Hattie das in der "Visible Learning"-Reihe erschienene Buch mit dem Titel "Kenne deinen Einfluss. Visible Learning für die Unterrichtspraxis" verfasst hat, erläuterte im ersten Hauptreferat auch anhand konkreter Beispiele die Voraussetzungen, unter denen Lehrkräfte besonders lernwirksam für ihre Schülerinnen und Schülersein können.

Im zweiten Hauptreferat setzte sich Prof. Bonsen von der Universität Münster mit den Folgen unzureichender Kooperation und Kollaboration von Lehrkräften bei der Unterrichtsentwicklung auseinander. Er zeigte in seinen Ausführungen die Perspektiven für eine gelingende Unterrichtsentwicklung auf, die mit einer Deprivatisierung des Unterrichts, also einer im Kollegium abgestimmten und transparenten Unterrichtsentwicklung, verbunden sein sollten.

Die Münsterschen Gespräche zur Pädagogik zielen immer auch auf den Dialog von Wissenschaft und Praxis. Für Beispiele innovativer Praxis und die Auseinandersetzung hiermit standen die Workshops, die sich an das zweite Hauptreferat anschlossen. In sechs Workshops zu den Leitthemen "Was dem Einzelnen helfen kann", "Wie Kollegen/innen sich unterstützen können" und
"Was Schulen und Schulträger tun können" wurden ganz unterschiedliche Möglichkeiten aufgezeigt, wie Lehrkräfte dabei unterstützt werden können, für ihre Schülerinnen und Schüler lernwirksam zu sein.

Nach einem Krimirundgang in Münster zu den Tatorten von Wilsberg, Boerne und Thiel ging es am nächsten Morgen mit der Präsentation des Referats von Prof. König (Universität Köln) weiter. Hier wurde unter Berücksichtigung eines Kompetenzmodells (professionelles Lehrerhandeln) aufgezeigt, wie Kompetenzen gemessen werden können, welche Wirkung den unterschiedlichen Phasen der Lehrerbildung zukommt und bei welchen Formen der Lehrerbildung von einer hohen Wirksamkeit auszugehen sei.

Wie sich angesichts der hohen Bedeutung professionellen Lehrerhandelns einerseits und der Mitverantwortung des einzelnen Lerners für seinen Lernerfolg andererseits die Perspektiven des Lehrens und Lernens produktiv verschränken lassen, das zeigte Prof. Schratz von der Universität Innsbruck in seinem Referat "Hattie 2.0 oder: Wie sich die Perspektiven des Lehrens und Lernens produktiv verschränken lassen" auf.

Die Tagung schloss mit einer von Dr. Paul Platzbecker (IfL Essen) moderierten Podiumsdiskussion, an der die Professoren Christian Fischer (Uni Münster) und Schratz auf dem Podium unter lebhafter Teilnahme des Publikums mitwirkten.
Wie nach jedem Münsterschen Gespräch zur Pädagogik wird auch zu dieser Tagung ein Band mit allen Aufsätzen und Workshop-Beiträgen erscheinen.

Der Erfolg der Tagung verdankt sich auch der guten Organisation der Tagung, für die Bettina Kluck, Luisa Möllers, Anke Geilhardt, Christian Mohr und Dr. Stephan Chmielus Sorge getragen haben.

Hinweis:
Die alljährlich stattfindenden Münsterschen Gespräche zur Pädagogik (MGP) werden vom Bistum Münster getragen. Kooperationspartner der MGP 2017 waren die Akademie Franz Hitze Haus in Münster, das Landeskompetenzzentrum für individuelle Förderung an der Universität Münster, die Wissenschaftliche Arbeitsstelle Evangelische Schule in Hannover und das Institut für Lehrerfortbildung in Essen.

Text: Melanie Wulfers
Foto: Dr. Stephan Chmielus

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